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Kreta

Die größte Insel Griechenlands, von Ost nach West zwischen der Ägäis und dem Libyschen Meer gespannt und quer von drei kahlen Kalksteinmassiven durchzogen. Kreta wechselt mit jedem überquerten Gebirgszug sein Gesicht, vom minoischen Palast bis zu den Schluchten, die eine ganze Südküste abschneiden.

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Die Insel erstreckt sich von West nach Ost zwischen zwei Meeren, die kaum unterschiedlicher sein könnten: die Ägäis im Norden, geschützter, trägt die meisten Häfen und Städte; das Libysche Meer im Süden berührt bereits Afrika und bleibt von steilen Küsten gesäumt, die das Gebirge vom Straßennetz abschneidet. Drei Gebirgszüge durchziehen die Insel in ihrer ganzen Breite: die Weißen Berge im Westen, deren Gipfel einen Teil des Jahres Schnee tragen und deren fast baumlose Kalksteinhänge auf der Südseite direkt ins Meer abfallen; das Ida-Massiv in der Mitte, das höchste der drei, allein zwischen bestellten Hochebenen stehend; und der Dikti im Osten, bescheidener, der die Hochebene von Lasithi umschließt. Zwischen diesen Ketten bleibt die Messara-Ebene, südlich des zentralen Massivs, die große landwirtschaftliche Fläche der Insel, bepflanzt mit Olivenbäumen, so weit das Auge reicht. Auf dieser Ebene, nahe der Nordküste, erstreckt sich der Palast von Knossos, das Zentrum der minoischen Kultur: ein Komplex aus Höfen, Treppen und mit großen Vorratsgefäßen gefüllten Lagerräumen, über mehrere Ebenen erbaut und wiederaufgebaut, verziert mit Fresken von Stieren und Prozessionen. An diesen labyrinthischen Palast knüpft der Mythos des Minotaurus an, und Archäologen lesen in seinen roten, nach oben breiter werdenden Säulen noch immer eine Form, die sich in keiner späteren griechischen Architektur wiederfindet. Andere Anlagen dieser Art, weniger restauriert, liegen anderswo auf der Insel — ein Beleg dafür, dass Knossos kein vereinzelter Palast war, sondern der sichtbarste Teil eines über ganz Kreta verteilten Netzes von Zentren. Die Städte im Norden tragen eine jüngere, ebenso lesbare Architektur: In Chania und Rethymno gliedern sich die venezianischen Häfen um ein rechteckiges Becken, das von einer Mole geschlossen und von einem Leuchtturm überwacht wird, verlängert durch gewölbte Arsenale, in denen früher Schiffe trockengelegt wurden. Die vom Hafen aufsteigenden Gassen mischen venezianische Fassaden mit Holzläden und später, unter osmanischer Verwaltung, errichtete Minarette — zwei Schichten, die man in derselben Straße besucht, ohne dass eine die andere tilgt. In den Bergdörfern bleibt der Stein Kalkstein, doch der Schmuck verschwindet: dicke Mauern, Flachdächer mit gestampfter Erde bedeckt, enge Gassen, die den Wind brechen, und kleine Plätze im Schatten einer einzigen großen Platane, oft älter als das Dorf um sie herum. Auf der Hochebene von Lasithi, von allen Seiten durch den Dikti geschlossen, pumpten einst Hunderte weißer Windräder, heute fast alle stillgelegt, Wasser aus Brunnen zur Bewässerung von Kartoffel- und Getreidefeldern; die noch stehenden zeichnen, von den Kämmen rund um die Hochebene aus gesehen, weiterhin eine regelmäßige Geometrie zwischen den Feldern. Weiter südlich verschließen die Weißen Berge fast jeden Zugang zur Küste: Die Dörfer der Region Sfakia erreicht man nur über Straßen, die in engen Kehren wieder hinabführen, oder mit dem Boot entlang einer Küste, die das Gebirge stets frei von größerer Küstenbebauung gehalten hat. Ein Aufenthalt auf Kreta bedeutet, sich für eine Seite der Insel zu entscheiden, statt alle zugleich durchqueren zu wollen: Die Nordküste, stärker bebaut, vereint die meisten Häfen und die erschlossenen Strände; die Südküste und das gebirgige Inland verlangen langsamere Straßen und kürzere Etappen. Man wohnt hier ebenso gern in einem steinernen Dorfhaus inmitten venezianischer Gassen wie in einem abgelegenen Hof zwischen den Olivenhainen der Messara. Keine einheitliche Insel ist hier zu finden, auch keine Entfernungen, die sich schnell zurücklegen lassen: Kreta ist eine lange, von einem Ende zum anderen gebirgige Insel, auf der jede überquerte Kette zugleich die Landschaft, den Stein der Häuser und das Meer verändert, auf das man blickt.

Anreise und beste Zeit

Ein Auto bleibt nötig, um Norden und Süden der Insel zu verbinden, da Bergstraßen langsamer sind, als ihr Verlauf auf einer Karte vermuten lässt. Die Gassen der alten Häfen von Chania und Rethymno lassen sich, wie die der Bergdörfer, am besten zu Fuß erkunden. Der Sommer ist heiß und trocken, besonders auf der Messara-Ebene und an der Südküste, die von den Weißen Bergen vor dem Wind geschützt wird; die Nebensaison bleibt in der Höhe kühler, wo Schnee die Gipfel bis ins Frühjahr zeichnen kann.

Die Adressen in Kreta

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