
Bastide Sainte-Anne
Ménerbes · Provence-Alpes-Côte d’Azur
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Ein Kalksteinzug von sechzig Kilometern zwischen Rhône und Durance, in der Mitte von einem einzigen Einschnitt durchbrochen, mit zwei Hängen, die einander wenig gleichen. Dörfer auf Felsspornen, Trockensteinhütten und Märkte, die der Woche ihren Takt geben: den Luberon sieht man am besten langsam, Tal für Tal.
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Der Höhenzug erstreckt sich über rund sechzig Kilometer von West nach Ost, zwischen Cavaillon und Manosque, und die Karte teilt ihn in drei: den Petit Luberon im Westen, den Grand Luberon im Osten und den östlichen Luberon jenseits der Senke von Céreste. Ein einziger Einschnitt durchquert die Kette von Nord nach Süd, die Combe de Lourmarin, und durch sie führt die einzige Straße, die beide Hänge verbindet, ohne das Massiv zu umfahren. Der höchste Punkt, der Mourre Nègre, erreicht eintausendeinhundertfünfundzwanzig Meter — genug, um einige Tage im Jahr Schnee zu halten, nicht genug, um Berg zu heißen. Die beiden Hänge haben weder dasselbe Licht noch dieselbe Wirtschaft. Im Norden blicken die Dörfer über das Calavon-Tal hinweg auf das Plateau de Vaucluse: Gordes sitzt auf einem Sporn aus grauem Kalkstein, Roussillon steht in einem bis in die dreißiger Jahre abgebauten roten Ockerbruch, und die Felswände von Rustrel weiter östlich tragen dieselben Farben. Im Süden öffnen sich Ménerbes, Bonnieux, Lacoste und Lourmarin zur Durance; dort sind die Dörfer ganzjährig stärker bewohnt, die Hänge sanfter, und der Weinstock nimmt so viel Raum ein wie der Obstbaum. Der Mistral kommt den Rhônekorridor herunter und quert das Massiv durch die Combe, manchmal mehrere Tage hintereinander; er ist es, der den Himmel freiräumt und die Abende abkühlt. Trockenstein ist überall, und er erzählt die Geschichte des Massivs besser als ein Museum. Ohne Mörtel gesetzt, allein durch die Passung der Blöcke gehalten, baute er die Terrassen, die die Erde an den Hängen halten, die Mauern, die die Parzellen abgrenzen, und die Bories — kraggewölbte Steinhütten, zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert errichtet, um Werkzeug, Ernte und Hirten zu schützen. Das Village des Bories bei Gordes versammelt etwa zwanzig davon. Ganz in der Nähe liegt die Abtei Sénanque in einem geschlossenen Tal, 1148 von Zisterziensern gegründet; ihr Lavendelfeld, seit Jahrzehnten fotografiert, blüht von Ende Juni bis Mitte Juli und wird dann geschnitten. Lacoste bewahrt die Ruinen der Burg des Marquis de Sade, Oppède-le-Vieux ein im vorigen Jahrhundert fast aufgegebenes und seither wieder bewohntes Dorf, und Lourmarin ein Renaissanceschloss und das Grab von Albert Camus. Man wohnt hier in einem Mas — einem steinernen Gutshaus mit dicken Mauern, wenigen Öffnungen nach Norden und einem Dach aus Rundziegeln — oder in einer Bastide, höher und strenger gegliedert, für einen Eigentümer gebaut und nicht für einen Betrieb. Beide antworten auf dasselbe Klima: im Sommer die Kühle halten, den Rest des Jahres dem Wind standhalten. Das Land ringsum lebt vom Wein, mit den Appellationen Luberon und Ventoux, von der Olive, der Kirsche, der Melone aus Cavaillon und im Winter von der schwarzen Trüffel, die von November bis März auf den Märkten von Apt und Carpentras verkauft wird. Apt ist außerdem die Stadt der kandierten Früchte, die hier seit dem Mittelalter hergestellt werden. Die Märkte geben der Woche ihren Takt: jedes Dorf hat seinen eigenen, an einem bestimmten Vormittag — Apt am Samstag, Lourmarin am Freitag, Coustellet am Sonntag — und es ist besser, die Tage um sie herum zu planen als umgekehrt. Dazwischen sind die Straßen schmal und steigen schnell an, und fünfzig Kilometer auf der Karte werden leicht zu einer Stunde. Das gibt dem Luberon sein Tempo: man sieht an einem Tag wenig davon, und man kommt wieder.
Der TGV-Bahnhof Avignon liegt rund vierzig Minuten entfernt, der Flughafen Marseille-Provence etwa eine Stunde; vor Ort bleibt ein Auto nötig, und in den Dörfern auf den Felsspornen ist ein kleines besser als ein großes, denn geparkt wird unterhalb und der Rest geht zu Fuß. Mai, Juni und September bieten die besten Bedingungen: im Juli und August durchquert man die bekanntesten Dörfer im Schritttempo, und die Parkplätze sind vor zehn Uhr voll. Der Mistral weht vor allem im Winter und im Frühjahr und kann die Abende deutlich abkühlen. Die Markttage unterscheiden sich von Dorf zu Dorf und sollten vor der Abfahrt geprüft werden.

Ménerbes · Provence-Alpes-Côte d’Azur

Gordes · Provence-Alpes-Côte d’Azur

Bonnieux · Provence-Alpes-Côte d’Azur

Roussillon · Provence-Alpes-Côte d’Azur
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